Was ist eigentlich aus dem Roman geworden?

Wenn auch gerade nicht viel zu tun ist: Die Zeit rennt. Und während ich daheim Windeln wechsle, den Hund Gassi führe und Weihnachtsplätzchen backe, ist es still geworden um meinen Roman.

Nachdem keine Agentur mein Erstlingswerk haben wollte und ich selbst von Selbstzweifeln heimgesucht wurde, schloss ich für eine ganze Weile den Laptop und meine Schreibfeder. Ich wollte einfach nicht mehr. Rückblickend betrachtet denke ich, nach einem so großen Projekt, das mich 18 Monate Energie, Schweiß und Nerven gekostet hat, brauchte ich Abstand. Abstand von meiner Geschichte, Abstand vom Kreativen, Abstand vom Schreiben. Und irgendwann, so war ich mir sicher, würde es wieder zurückkehren: Das Schreibfeuer, das mich immer vorngetrieben hatte und gerade nur auf kleiner Flamme in mir loderte. Es brannte noch.

Eine Pause voller Erkenntnisse

Ich habe über ein Jahr nicht mehr geschrieben. Stattdessen dachte ich viel darüber nach, was ich eigentlich vom Schreiben wollte. Wohin ich wollte. Mir sind ein paar Sachen klar geworden:

  • Ich will keine seichte Unterhaltung schreiben. Meine Geschichten sollen neudeutsch Impact haben. Etwas bewirken. „Ja klar“, magst du sagen, „das ist ja selbstverständlich“. Aber tatsächlich finde ich in meinem Roman keine bewegende Aussage; nichts, das ich der Welt sagen will.
  • Ich will veröffentlicht werden. Schreiben für die Schublade ist nichts für mich. So viel Arbeit ist in meinen ersten Roman geflossen – die Enttäuschung darüber, dass es keiner lesen wird, habe ich immer noch nicht vollständig überwunden.
  • Ich will nicht schreiben, weil ich denke, ich muss, sondern weil es das Richtige für mich ist. Klingt auch selbstverständlich. Aber wenn man mitten in einem Roman feststeckt, schleift man sich selbst da durch – einfach, damit es abgeschlossen ist. Darunter leidet letztendlich nur die Qualität der Geschichte und des Textes an sich. Wenn es dann insgesamt länger dauert, ist es halt so. Mich treibt keiner (außer mir selbst).

Ciao, Kakao!

Da steht mein Name drauf 😉

Nachdem ich so ein Jährchen drüber nachgrübelte, wurde es Zeit, sich von meinem Roman zu verabschieden. Ich will ihm nicht ewig nachtrauern. Und gleichzeitig will ich es auch nicht unendlich mit ihm weiter versuchen. Wir hatten eine schöne Zeit, aber nun muss ich weiterziehen. Also habe ich ihn für mich selbst und meine Lieben binden lassen, und jetzt steht er im Regal und feuert mich an. Und wenn ich arg sentimentalisch werde, hole ich ihn heraus und drücke ihn fest an mein Schreiberherz. Er wird immer mein erster Roman bleiben, mein großer Stolz, mein Lebenstraum.

Jeder Neuanfang beginnt mit etwas Neuem

Genug geweint. Krönchen richten und nach vorne blicken. Weil mich der stete Kampf mit MS Word beim ersten Roman doch ziemlich gestört hat, beginne ich mein neues Projekt mit einem Autorenschreibprogram: Papyrus Autor. Ich brauche etwas, das meine wirren Gedanken sortiert und mir deutlich anzeigt, was zu tun ist – Struktur und Klarheit. Das richtige Tool an der Hand zu haben, fördert die Motivation immens! Bestimmt schreibe ich bald einen kleinen Erfahrungsbericht zu Papyrus Autor.

Neues Projekt

Sagte ich da etwa „neues Projekt“? Ja, richtig gehört. Ich will wieder schreiben. Und ich habe eine Wahnsinnsidee für einen neuen Roman. Allein daran zu denken, macht mich schon kribbelig. Es fühlt sich gut an, richtig. Aber der Weg dorthin ist deutlich länger und aufweniger als bei meiner Dreiecks-Liebesgeschichte. Jetzt muss ich recherchieren, sortieren und viele verschiedene Themenzweige abgreifen. Das wird eine neue Herausforderung. Und natürlich schwebt über allem die Angst, dass es wieder umsonst ist. Ich sage nicht gern „umsonst“, denn nichts im Leben ist umsonst, aber es fühlt sich doch so an. Ich bin ein ehrgeiziger Mensch. Ich habe zwar sehr viel Geduld und einen langen Atem, aber nicht zu wissen, ob sich das irgendwann auszahlt … Sagen wir so: Ich über mich jeden Tag in Zuversicht und dem Glauben an mich selbst.

Sneak Peek: Notizen zum neuen Romanprojekt

Hallo, Schreibstil?

Während ich noch eine ganze Weile vor mich hinrecherchieren werde, möchte ich auch wieder mehr Kurzgeschichten schreiben, damit mein Schreibstil, der unter der langen Schreibpause mit Sicherheit gelitten hat, wieder aus seinem Schlummerland hervorgekitzelt wird, seine müden Glieder in alle Richtungen ausstreckt und schließlich frisch, munter und voller Elan bereit für Roman Nummer zwei ist.

Ich bin gespannt und freue mich auf spannende Zeiten – mal sehen, wohin mein Weg mich noch führt.

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