Schlafengehen ist das Partymachen des Alters

Morgens halb 8 im RE10. Ich schaue in verschlafene Gesichter. Die Armen, die stehen müssen, halten sich nur mit letzter Kraft aufrecht. Außer natürlich die Schüler, die sind fit. Ich merke, wie mir langsam die Lider zufallen, aber ich kämpfe tapfer dagegen an und widme mich der Frage, wieso schlafen eigentlich so geil ist. Und auch immer geiler wird, je älter man wird.

Ich könnte immerzu schlafen

Ich könnte ja die ganze Zeit schlafen. Das ist nicht übertrieben. Ob im Zug, im Flugzeug, im Bus, im Auto… ich würde sogar auf dem Fahrrad schlafen, wenn ich nicht trampeln müsste. Es ist, als ob mein Körper jede Gelegenheit sucht wie eine Oase in der Wüste.

 

Schlafen ist geil!
Jede Gelegenheit zum Schlafen wird genutzt.

Ich bin eigentlich dauermüde. Mein Mindestpensum an Schlaf beträgt 8 Stunden, was unter der Woche aber utopisch ist. Früher habe ich es noch geschafft, aber jetzt gehöre ich zu den Pendlern. Wenn ich abends ins Bett falle, ist das Gefühl besser als eine heiße Dusche. Ich fühle mich, als hätte ich Jahrzehnte nicht geschlafen. Mindestens.

Früher war das anders!

Zweimal am Wochenende ausgehen und spät heimkommen ist für mich absolut nicht mehr drin. Klar, früher war das kein Problem, da hatte ich ja den Sonntag zum Auskurieren. Heute würde ich eine ganze Woche daran knabbern.

Aber früher hatte ich ja auch nichts zu tun. Das bisschen Studium hat mich vielleicht zu 70% ausgelastet, Haushalt wurde auf morgen verschoben und dann blieben noch ca. 6-7 Stunden Freizeit. Absoluter Luxus.

Mehr zu tun und weniger Zeit

Und dann im Job, frisch vom Studium, gingen bei mir erstmal die Lichter an: Sag mal, wenn du den ganzen Tag im Büro bist und abends um halb 7 heimkommst, wann machst du denn die Wäsche? – Tja, Schätzchen, hat man mir damals gesagt. Das nennt man Berufsalltag. Jetzt stehe ich früh auf, gehe ins Büro, packe was ich kann in die Mittagspause, komme abends heim, gehe einkaufen, koche, mache die Wäsche. Natürlich möchte ich ja auch noch Sport machen für den Ausgleich und um mich mit 30 nicht wie mit 50 zu fühlen. Und die Freunde sollen auch nicht vernachlässigt werden. Hobbys habe ich auch noch (Musik oder Shoppen oder Serien schauen). Oh und natürlich die Beziehung, die darf auch nicht vergessen werden.

Und abends (oder besser nachts) falle ich todmüde ins Bett. Und dabei habe ich noch nicht mal Kinder. Aber man wird ja auch nicht jünger und der Körper braucht mit jedem Jahr mehr Ruhe. Was früher noch prima ging, ist jetzt nicht mehr drin.

Ich liebe Schlafen

Natürlich ist jedem selbst überlassen, wie voll er sich seine Freizeit packt. Man kann sie mit lauter tollen Dingen füllen, aber die freie Zeit ist begrenzt und irgendwann wird der Körper nach Regenerationszeit schreien. Und nach Schlaf. Ich liebe Schlafen. Schlafengehen ist das Partymachen des Alters. Jede Minute Schlaf ist mir heilig. Deswegen leide ich auch mit jedem, der Schlafstörungen hat und nachts mit offenen Augen die Wand anstarrt. Hatte ich selbst auch mal bei einer schlimmen Liebeskummerphase – schrecklichste Zeit ever!

In diesem Sinne: Noch eine halbe Stunde Fahrtzeit und wohlverdiente Augenpflege…

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