Ähm, ja vielleicht – selbstbewusstes Sprechen

So, jetzt weißt du schon einmal, worüber du beim Smalltalk sprechen kannst und wie du das Gespräch am Laufen hältst. Aber dann gibt es ja auch noch diese unangenehmen Gespräche mit Autoritätspersonen: Du willst deinen Chef von einer Gehaltserhöhung  überzeugen. Du musst eine wichtige Präsentation halten. Oder du möchtet einfach nur deinen Standpunkt klar machen und dabei nicht wie ein unsicheres Schaf dastehen. Mit diesen Tipps nimmst du dir selbst nicht den Wind aus den Segeln!

 Ähm, ja, vielleicht

Das steht in jedem Kommunikationsbuch und hängt dir eigentlich schon die Ohren raus, aber dennoch: Füllwörter sind scheiße! Wenn du vor dich her stotterst, wirkt es, als wüsstest du nicht, wovon du redest, und als hättest du dir nicht genug Gedanken darüber gemacht, was du sagen willst. Ich weiß, dass es schwer ist, klar und deutlich zu sprechen, vor allem wenn man das nicht regelmäßig machen muss. Aber man kann das üben. Du könntest zum Beispiel deinen „Vortrag“ vor dem Spiegel einmal durchsprechen oder ihn aufnehmen, damit du selbst merkst, wie viele Füllwörter du verwendet. Du wirst überrascht sein 😉

Bei abschwächenden Wörter wie vielleicht, eventuell, unter Umständen, meist etc. gilt das Gleiche. Vielleicht könnten wir einmal über eine Gehaltserhöhung sprechen, eventuell, äh wenn Sie Zeit haben. Das kann doch keiner ernst nehmen! Besser ist es, deinen Standpunkt als definitiv darzustellen. Es gibt nichts mehr daran zu rütteln. Je klarer und eindeutiger du sprichst, desto schneller weiß dein Gegenüber, dass du es ernst meint. Natürlich heißt das nicht, dass du keine Kompromisse eingehen sollst. Aber das musst du nicht von Beginn an schon durch dein Sprechen vermitteln. Du bist wer und deine Meinung ist wichtig. Punkt.

Unkonkrete Wischiwaschi-Phrasen

Ich finde es extrem schade, wenn jemand mich mit einem Hammersatz überzeugt und sich das dann durch unnötige Schleifen selbst versaut. Mit unserer Leistung können Sie im Jahr die Hälfte Ihrer Ausgaben einsparen. Also das heißt, wenn wir genaue Anforderungen definieren und eine passende Lösung entwickeln. Dann ganz bestimmt. Der erste Satz wäre ein Treffer ins Schwarze gewesen. Aber durch den Anhang relativiert sich der Sprecher selbst und schwächt die erste Aussage ab. Und noch dazu ist er absolut unnötig. Meinen Kollegen sage ich gern: Behaltet euer Ziel klar vor Augen und trefft eindeutige Aussagen! Keine Wischiwaschi-Phrasen. Die vermitteln nämlich, dass du nicht weißt, was du willst. Wer überzeugen will, braucht auch überzeugende Aussagen.

 

Die Nervositätsfalle

Überzeugen ohne Nervosität
Nervosität und Angst vorm Versagen lähmen nur!

Für viele ist sie sicher das größte Problem: Die Nervositätsfalle! Man bekommt schwitzige Hände, das Herz klopft bis in die Kehle, aus der zu allem Überfluss nichts als Blabla rauskommt. Egal, ob beim Gespräch mit dem Chef oder vor einem großen Publikum, jeder ist in so einer Situation nervös. Auch ich bin es, selbst wenn viele mir das jetzt nicht glauben werden. Ich werde oft gefragt, wie ich das mache, so sicher und ruhig zu bleiben.

Für mich ist das Allerwichtigste eine gute Vorbereitung. Wenn mir meine Argumente klar sind und ich wirklich hinter dem stehe, was ich sagen werde, dann kann mir nichts passieren. Wirklich nicht! Deshalb sorge ich dafür, dass ich keine Wissenslücken habe, die mir das Genick brechen können. Ich überlege mir, was die Zuhörer mich fragen könnten und wie mein Vortrag nach außen wirkt. Wo bin ich noch zu schwammig und warum? Wenn es dafür eine gute Erklärung gibt, dann erkläre ich es auch den Zuhörern. Man muss nicht alles wissen, aber man muss wissen, was man nicht weiß. Du allein gibst dir Rückendeckung mit dem, was du im Kopf hast! Vertrau darauf und lass dich nicht durch vermeintliche Autoritätspersonen aus der Ruhe bringen. Du weißt immer mehr als dein Gegenüber, denn du bist auf das Gespräch vorbereitet und weißt, was du willst.

Murphy’s Law

Es passiert immer etwas Unvorhergesehenes. Das ist Murphy’s Law. Der Laptop hat keinen Strom mehr, irgendwo klingelt ein Handy, jemand verlässt den Raum. Das sind alles Dinge, die passieren werden. Es läuft selten reibungslos. Aber zu einem wirklichen Problem werden diese „Pannen“ erst, wenn sie dich aus dem Konzept bringen. Ich versuche immer, meinen Fokus zurück auf mich und mein Thema zu lenken. Was wollte ich sagen? Was ist am Ende meine Quintessenz? Dorthin muss ich in jedem Fall gelangen. Wenn du das nicht vergisst, kann dich kein Windchen umwehen. Es hilft aber auch, möglichst viele Störfaktoren schon vorher aus dem Weg zu schaffen: Handy ausschalten, E-Mail-Postfach schließen und absolut und 100%-ig auf die eigene Mission konzentrieren. Das ist dein Moment!

Angst zu versagen

Klar hast du Angst zu versagen. Aber das wird nicht passieren, wenn du mit deinem Wissen im Kopf und zwei Beinen auf dem Boden stehst. Versuche, ruhig ein- und auszuatmen, alles mit ausreichend Zeitpuffer vorzubereiten und Stress vor dem „Auftritt“ zu vermeiden. Stress führt nämlich dazu, dass du innerlich fuzzy wirst. Du brauchst aber deine innere Ruhe, um klare Gedanken zu haben. Und ohne klare Gedanken verlierst du den Fokus auf das, was du sagen willst. Ohne den kannst du nicht überzeugen. Nimm dir also die Zeit, in Ruhe deinen PC aufzubauen und die wichtigsten Punkte zu wiederholen.

Lass dich nicht kurz vor der Angst durch andere Themen ablenken. Die Nervosität verleitet einen dazu, noch schnell eben die Mails zu checken, um auf andere Gedanken zu kommen. Aber das ist kontraproduktiv, denn das bringt dich weg von deinem eigentlichen Ziel in diesem Moment. Alles andere kann warten. Das muss warten.

Jetzt ist der Moment gekommen, in dem du überzeugen wirst! Tschakka!

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