Hören, fühlen, lachen, sehen – Gesprächsstrategien

Ich habe ja schon ein paar typische Themen vorgestellt, mit denen du immer ein unverfängliches Gespräch führen kannst (Wie geht eigentlich Smalltalk?). Aber das Gespräch muss ja auch irgendwie fluppen, denn sonst ist es ganz schnell wieder vorbei und die peinliche Stille zieht ein. Was kannst du tun, um das Gespräch am Laufen zu halten?

Zuhören

Das Banalste kommt zuerst: Jedes Gespräch ist ein ständiges Geben und Nehmen. Der eine spricht, der andere hört zu, bis gewechselt wird. Und was so klar wie Kloßbrühe klingt, wird immer häufiger zu Mangelware: Zuhören. Man merkt sofort, wenn der andere nicht zuhört. Und mal ehrlich: Wer hat schon Bock, mit jemanden zu reden, der nicht wirklich zuhört?! Um zu zeigen, dass du  zuhörst, könntest du auf das Gesagte reagieren. Und damit meine ich nicht ein müdes Hm. Vielleicht fällt dir eine Gegenfrage ein oder du kannst etwas aufgreifen, was der andere gesagt hat, und Zustimmung oder auch eine Gegenmeinung äußern. Ach, Sie waren schon auf Bali? Und, wie war es? Ich würde da ja auch gern mal hin, aber es liegt leider nicht gerade um die Ecke.

Mitfühlen

Zum Zuhören und Reagieren gehört auch Empathie. Wer mitfühlt, zeigt Interesse. Wer Interesse zeigt, ist sympathisch. Du glaubst nicht, wie sehr sich jeder über drei einfache Worte freut: Das verstehe ich. Dann merkt er, dass du bei ihm bist und nachvollziehen kannst, was er sagt. Das klingt jetzt ein bisschen nach Seelenklempner, ist aber so nicht gemeint. Selbst, wenn dein Gesprächspartner nur sagt: Es regnet schon seit einer Woche durch, mir gehen die Balkonpflanzen ein, kannst du wunderbar Empathie zeigen: Ja, da hat man so viel Arbeit hineingesteckt, den Balkon hübsch zu richten, und dann sowas. Das verstehe ich, dass Sie sich darüber ärgern! Es ist nur eine kleine Geste, aber sie hat eine Riesenwirkung: Ich werde verstanden, ich bin nicht allein. Das tut gut!

Lachen

Gesprächsstrategien
Smile! Ob man am Telefon lächelt, kann man hören

Selbst zu lachen und angelächelt zu werden, schüttet Endorphine aus. Und die machen dich und dein Gegenüber froh! Selbst am Telefon: Man hört, wenn der andere lächelt. Echt wahr! Denn dann ist er automatisch froher gestimmt, und das kann man hören. Natürlich kannst du bei einem Gespräch über den Terror in der Welt schlecht in Lachen ausbrechen. Aber du musst auch nicht zu Tode betrübt sein. Wer viel lacht oder lächelt, wirkt wie von selbst sympathisch. Und durch ein aufmunterndes Lächeln zeigst du gleichzeitig Sympathie für das Gegenüber. Die lächelt mich an, die mag mich – finde ich gut!

Aber Vorsicht: Der Grad zum aufgesetzten Lachen ist schmal. Es bringt nichts, ein Lachen zu erzwingen, wenn dir absolut nicht danach ist, oder es zu übertreiben. Das hört man nämlich leider auch.

Hinsehen

Nun habe ich schon von Mund, Ohren und Herz gesprochen – fehlen noch die Augen. Es lauern ja überall eine Millionen Eindrücke, die das Auge allesamt versucht aufzunehmen und zu verarbeiten. Vor allem, wenn wie auf einer Kirmes Musik spielt, gleichzeitig verschiedene Lichter blinken und dazu lauter Gerüche von Leckereien in der Luft liegen. Da fällt es schwer, den Blick auf etwas Konkretes zu fokussieren, anstatt ihn schweifen zu lassen. Ich ertappe mich oft dabei, dass ich mit jemanden rede, aber in eine ganz andere Richtung schaue. Das ist in zweierlei Hinsicht blöd: Erstens vermittele ich meinem Gegenüber, dass es Spannenderes gibt als ihn. Und zweitens versteht er mich schlechter, wenn ich ganz woanders hin schaue.

Wenn ich merke, dass ich abgelenkt werde, kommuniziere ich das einfach ganz direkt: Warte mal kurz, siehst du das da hinten? Krass, oder?! Dann könnt ihr euch gemeinsam darüber austauschen und dein Gegenüber fühlt sich einbezogen. Oder du sagst ihm, dass ihr euch zum Quatschen besser eine ruhigere Ecke suchen solltet, weil hier zu viel los ist. Das ist allemal besser, als dem anderen ungewollt das Gefühl zu geben, nicht an ihm interessiert zu sein.

Einfache Tipps, große Wirkung

Wenn ich mir das Ganze noch einmal durchlese, klingt es irgendwie voll banal. Aber du glaubst nicht, wie schnell man unbewusst Signale sendet, die man gar nicht beabsichtigt hat. Wer dem anderen nicht genug Aufmerksamkeit entgegen bringt, kann sehr schnell respektlos wirken. Obwohl es wahrscheinlich nicht so gemeint ist.

Es lohnt sich also, diese 4 Dinge im Gespräch nicht zu verschließen: Augen, Ohren, Mund und Herz.

Ein Kommentar

  1. Pingback: Ähm, ja vielleicht - selbstbewusstes Sprechen - Mieth me!

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