Ein Tag aus dem Leben von Liese – Teil 3

Die Hitze macht nicht nur uns Menschen zu schaffen – auch unsere kleine vierbeinige Freundin Liese langweilt sich, denn draußen ist es zu warm und drinnen … naja, lies selbst.

Liese und der Hauskobold

Wenn es draußen heiß ist, kann es drinnen ganz schön langweilig werden. Vor allem, wenn Frauchen und Herrchen mit Robin morgens schier endlos oben bleiben! „Was machen die denn solange?“, denkt sich Liese, während sie eines warmen Juli-Morgens vor sich hindöst.

„Liese! Muss das denn sein?“, harscht sie Herrchen wenig später in strengem Ton an. Frauchen hält Robin im Arm und schlägt sich erschrocken die Hand vor den Mund. „Ach Liese!“

Ein Vulkanausbruch

Ich war’s nicht!

Liese schaut irritiert um sich und sieht lauter braune Papierfetzen. Der Schuhkarton, der auf der Treppe stand, gleicht einem explodierten Vulkan. „Das war ich nicht!“, bellt sie aufgeregt und springt im Kreis herum. Doch Herrchen hat sie längst strafend in den Garten verbannt, während Frauchen die Papierreste auffegt.

„Wie ist das möglich?“, fragt sich Liese. „Ich bin doch nur kurz eingenickt und habe von einem stürmischen Kampf gegen Herrn Esel Tau geträumt – den ich natürlich gewonnen habe!“ Sie kaut stolz auf einem Grashalm herum. Doch zurück zum Schuhkarton: Liese kann ihn unmöglich so zerstört haben, das wüsste sie doch!

Der Morgen danach

Am folgenden Morgen beschließt Liese, wachsam zu bleiben und genau aufzupassen, was passiert. Doch es ist so schrecklich warm! Und der Fliesenboden ist so angenehm kühl! Sie will nur einmal kurz die Augen pflegen und sich dann wieder auf ihren Wachposten begeben.

„Liese, nun reicht es aber!“, schallt Herrchens Stimme durch den Flur. Liese schreckt hoch und stößt mit der Schnauze auf Herrchens rote Turnschuhe neben sich, die eigentlich immer im Schuhregal stehen. „Du weißt genau, das sind meine Schuhe! Da hast du nichts zu suchen.“

Missmutig schlurft Liese in den Garten. „Wie kann das sein? Ich war niemals nie an den Schuhen! Da ist doch etwas faul.“ Sie beschließt, der Sache auf den Grund zu gehen.

Ein ausgebuffter Plan

Am nächsten Abend verteilt sie ihr gesamtes Quietsche-Spielzeug im Flur. Sie ignoriert Frauchens Seufzen wegen der Unordnung. Schließlich hat sie eine Mission!

Am Morgen darauf wird sie von einem Quietsch-Konzert geweckt. Schnell öffnet sie die Augen und siehe da: Ein kleines Männchen liegt bäuchlings auf dem kleinen Äffchen. „Wer bist du?“, knurrt Liese ihn an. „Deinetwegen habe ich schon eine Menge Ärger bekommen.“ Das Männchen reibt sich den Kopf. „Ich … ich bin der Hauskobold.“

Der Hauskobold

So ähnlich wie der Tannenkobold aus den Spaziergängen durch Weeze sah er aus!

Liese fletscht die kleinen Milchzähne. „Und warum machst du den Schuhkarton kaputt und schiebst es mir unter?“ Das Männchen weicht einen Schritt zurück. „Weil .. also weil … also ich wollte wissen, was drin war.“ Liese überlegt kurz, was sie von der Antwort hält. „Und das mit den Schuhen?“ – „Der Schuhschrank stand einen Spalt offen. Ich wollte nur einmal hineinlinsen.“ Liese springt auf ihn zu. „Blödsinn! Verkauf mich doch nicht für dumm. Du wolltest mich hereinlegen. Aber nicht mit mir!“

Der Kobold hält ängstlich die Hände vors Gesicht. „Okay okay. Du hast recht! Ein bisschen Spaß muss sein?“ Liese kläfft ihn an. „Spaß? Das ist kein Spaß! Mach, dass du weg kommst.“ Der Kobold nimmt die Beine in die Hand und verschwindet. Den wird Liese so schnell nicht mehr wiedersehen.

Alles nur ein Traum?

Zufrieden schlabbert sie einen Schluck Wasser aus dem Trinknapf. „Oh, das ist aber schön frisch! Damit kann ich mir eben die Pfoten abkühlen.“ Erschöpft von der Aufregung legt sie sich unter die Garderobe und döst schnell weg …

„Liese, warum ist hier ein halber Teich im Flur?“, wird sie wenig später unsanft von Frauchen geweckt. Liese gähnt müde und sieht sich um – vom Hauskobold keine Spur. „Äh, war ich das etwa?“

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