Jetzt kommt der Feinschliff

Jetzt kommt der Feinschliff

Und wieder sind drei Monate vergangen seit dem letzten Lagebericht. In dieser Zeit ist „Neo“ zu einem vollständigen Roman gewachsen und ich bin einem Zwischenstep nachgegangen, der nicht zu meinen liebsten zählt: Das Überarbeiten.

So zäh die Vorbereitung aus Recherche, Figurenentwicklung, und Planung von Handung, Plot und Szenen war, so einfach ging das Schreiben von der Hand. Aber nun hänge ich ein wenig zu lang bei der Überarbeitung fest. Warum? Ich bin einfach kein Fan von nitty-gritty Arbeit.

„Neo“ – was bisher passierte

Mein zweiter Roman namens „Neo“ steht: 163 Normseiten, 33.609 Wörter. Klein, aber fein. Mit dem Genre tue ich mich nach wie vor schwer, aber ich würde es am ehesten als einen Familienroman identifizieren aus dem Upmarket-Bereich. Klingt doch gut, oder? Eine richtig schön knappe Storyline habe ich noch nicht (die kommt dann bei der Exposé-Erarbeitung), aber im Trailer kannst du schon einmal einen Eindruck gewinnen:

Überarbeitung – ein leidiges Thema

Zurück zum eigentlichen Thema: dem Überarbeiten. Warum ist es eigentlich so qualvoll für mich? Nun, der Roman steht. Ich hab Lust, ihn in die Welt hinauszuschicken, aber ich weiß, es ist nur eine Rohfassung. Die Kapitel (teilweise sogar nur Szenen) sind an unterschiedlichen Tagen entstanden, in unterschiedlichen Stimmungen. Sie KÖNNEN gar nicht wie aus einem Guss sein. Noch dazu überkam mich oft genug der Schreibwahn, sodass ich auf Rechtschreibung und Stil so gut wie gar nicht geachtet habe und nur schrieb, schrieb, schrieb.

Das muss gerade gezogen werden. Der Spannungsbogen muss aus der Vogelperspektive heraus verfolgt werden. Hie und da fehlen Szenen, Übergänge oder sind Inhalte überflüssig und dürfen getrost in den Papierkorb wandern. Dafür ist die Überarbeitung so wichtig!

Und es wäre doch schade, wenn mein Buchbaby durch diese Baustellen nach außen nicht so wundervoll wirkt, wie es sich in meinem Herzen anfühlt.

Wie bin ich vorgegangen

Also zunächst einmal habe ich mich schon beim Schreiben bemüht, regelmäßig einen Quality Check einzulegen, um die groben Sachen wie Rechtschreibung und Grammtik direkt auszubügeln. Zum Beispiel wenn ich nicht viel Zeit zum Schreiben hatte, aber trotzdem etwas tun wollte. Oder wenn ich das Kapitel sowieso noch einmal lesen wollte. Dadurch ist die Grundqualität schon einmal ganz ordentlich.

Dann habe ich mir einen Überarbeitungsplan gebastelt, bestehend aus 5 Runden. Inspiriert dazu hat mich die wunderbare Sandra Andres auf ihrem Rubiconblog – danke dafür!

  1. Sprache & Ausdruck: Stil, Wortwiederholungen, Satzanfänge, Pronomennutzung – dabei unterstützt mich Papyrus Autor auch ganz toll.
  2. Dialoge: Mein Buch lebt von Dialogen. Deswegen verdienen sie einen besonderen Fokus. Oft lese ich mir wichtige Dialoge auch laut vor, um zu hören, ob sie flutschen.
  3. Beschreibungen: Gibt es genug Details? Was hören, sehen, rieche, fühlen, schmecken die Figuren?
  4. Show, don’t tell: Mein besonderer Erzfeind. Auch hier hat Papyrus Autor eine ganz hilfreiche Prüfung.
  5. Handlung & Logik: Gibt es genug Handlung oder wird es langweilig? Wie enden die Szenen/Kapitel? Kann das überhaupt so geschehen oder haben sich Logikfehler eingeschlichen?
Papyrus Rechtschreibkontrolle und Stilanalyse

Das klingt erstmal viel: 5 Überarbeitungsrunden. Aber der Fokus auf jeweils nur ein Thema hilft enorm, sich nicht zu verlieren und auf alles zu achten. Plus, ich kann mir die Überarbeitung gut einteilen und muss ein langes Kapitel nicht in einem Stück komplett überarbeiten. Mit ein bisschen Übung gehen die Runden wie von selbst ineinander über.

Aber ja: Es kostet Zeit und bremst und deswegen mag ich es nicht. Trotzdem: ES IST IMMENS WICHTIG! Für die Qualität des Endergebnisses.

Eine Bonusrunde zum Schluss

Waaas? Noch eine Runde? Ja. Am Ende, wenn ich durch bin, werde ich mir das ganze Ding noch einmal auf meinen E-Reader ziehen und gemütlich abends im Bettchen lesen, so als wäre ich nicht die Autorin, sondern eine ganz normale Leserin. Ich will versuchen, nicht auf Fehler oder Feinheiten zu achten, sondern den Roman einmal ganz neutral auf mich wirken zu lassen. Komme ich in einen Leseflow? Möchte ich weiterlesen? Wann überfliege ich Abschnitte und schlafe halb weg, weil sie nicht spannend genug sind?

Das hab ich beim ersten Roman, „Schlaflose Nächte“, nicht gemacht, aber ich will es einmal ausprobieren.

Und tatsächlich freue ich mich schon auf diese letzte Bonusrunde!

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